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Preisfrage: Was verbirgt sich in Köln unter dem „Stadtteil 101“? Ein Veedel – richtig! Und was für eines. Die „Altstadt-Süd“ ist unter den 86 kölschen Veedel eines der ganz lebendigen. Und das liegt – unweit vom Barbarossa Platz – nicht zuletzt am Trierer Eck, einer Kneipe, die seit 50 Jahren kölsche Traditionen hoch leben lässt. Ein Ortsbesuch.

Verzällcher und Klüngel
„Wie isset, Hubät? Joot?“ Wenn Wirtin Hella zum Felde diese Frage stellt,lässt sich in oder vor der Veedelskneipe mal wieder ein Stammgast blicken. Und davon hat das Haus an der Ecke Trierer Straße/Pantaleonswall/Am Weidenbach viele. Eigentlich kann man sagen: Das ganze Veedel trifft sich mit Lust und Durst auf Kölsch (Hella: „natürlich REISSDORF KÖLSCH – wat sonst?“), mit Kummer und Leid, mit Verzällcher und liebevoller Klüngelei bei Frau Wirtin und Ehemann Hans, der für seine Schnitzel und hausgemachten Frikadellen (gerne mit Möhrengemüse) bekannt ist. Da soll es sogar Gäste geben, die extra aus Zollstock oder Düx den Weg in die südliche Altstadt finden. Schließlich funktioniert das Drumherum um die Kneipe mit Eisdiele und Metzger gegenüber wie eine große Familie, „nur schöner“, meint Hella.

Public Viewing-Treff
Das Trierer Eck ist seit 50 Jahren der Veedels-Treffpunkt für kölsche Lück aller Klassen und Berufe, aber auch für rote und blaue Karnevalsfunken, für die Prinzengarde und die Schwimmer vom nahen Humboldt-Gymnasium. Zudem wird bei jedem Spiel des FC die rut-wieße FC-Kerze angezündet – hoffentlich hilft’s in der neuen Saison... Überhaupt der Fußball: Zur WM in Brasilien war das Trierer Eck innen wie außen fahnengeschmückt und der erste Public Viewing-Treff im Stadtteil. Eigentlich feiert die Traditionsgaststätte um Hausinhaberin „Oma“ Elisabeth Müller, Enkeltochter Brigitte Els und das Wirtsleute-Team jetzt gleich viermal das 50igste Jubelfest: seit einem halben Jahrhundert fließt täglich frisch gezapftes REISSDORF KÖLSCH vom Fass. Und seit einem halben Jahrhundert besteht auch die Partnerschaft mit dem Biergroßhandel Richartz aus Köln-Lövenich. 50 Jahre hat die Veedelskneipe auf dem immer jungen Rücken und seit 50 Jahren ist die Familie Müller der Hausinhaber – „wat e Jlöck: wo jidt et dat denn noch?“, lächelt Brigitte Els und will, dass der Reporter auf keine Fälle vergisst, die vorletzte Wirtin, Anita Stitz, zu erwähnen. „Queen Mamm“ wie sie von allen liebevoll gerufen wird, ist heute noch gelegentlich „auf ein lecker Bierchen“ vor Ort. Man spricht Kölsch, man trinkt Kölsch, man ißt kölsch und man singt kölsch – im Trierer Eck präsentiert sich die Domstadt lebensfroh und fröhlich. Und das seit 50 Jahren. Wigger so!

Brigitte Els, Wirtin Hella zum Felde und Ehemann Hans (v.re.): seine Frikadellen sind die besten.

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